· Pressemitteilung für Newssync

Großübung im Ernst-Abbe-Sportfeld Jena: DRK trainiert den Ernstfall bei Ausschreitungen im Stadion

Großübung in der ad hoc arena Jena: Bei einer realitätsnahen MANV-Übung trainierte der Rettungsdienst vom Deutschen Roten Kreuz in Zusammenarbeit mit dem Uniklinikum Jena den Ernstfall mit über 20 Verletzten nach simulierten Stadion-Ausschreitungen.

Wie reagiert der Rettungsdienst, wenn bei einem Fußballspiel plötzlich Dutzende Verletzte versorgt werden müssen?

Genau dieses Szenario wurde am Samstag, 11. April 2026, bei einer groß angelegten Einsatzübung im Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena realistisch trainiert. Haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte probten gemeinsam den Ernstfall mit über 20 Verletzten, Panik und Transport der Schwerverletzten ins UKJ.

Das angenommene Szenario: Während der ersten Halbzeit kommt es zu Ausschreitungen zwischen Fangruppen. Pyrotechnik wird in andere Fanbereiche geworfen, in den Blöcken entstehen Brände und Aufruhr. Tränengas sorgt zusätzlich für Chaos. In der einsetzenden Panik stürzen mehrere Menschen, weitere erleiden Verbrennungen, Kopfverletzungen oder Augenreizungen.

Besonders herausfordernd: In Jena befinden sich beide Fanlager auf derselben Stadionseite – eine bundesweit außergewöhnliche Situation.

Die Einsatzkräfte wussten vorab nicht im Detail, was sie erwarten würde. Den Verletztendarstellern wurden unterschiedliche Verletzungsmuster zugewiesen, von leichten Schürfwunden und blutenden Verletzungen bis hin zu schweren Notfällen wie einer offenen Oberschenkelfraktur, einer Pfählungsverletzung, einem abgerissenen Finger oder einer schwangeren Verletzten. Professionelle Schminkerinnen und Schminker gestalteten die Mimen mit realistischen Verletzungsbildern.

Bereits zu Beginn waren ehrenamtliche Sanitäter und Notärzte im Einsatz. Mit Ausrufung eines Massenanfalls von Verletzten (MANV) rückten weitere Notfallsanitäter sowie Auszubildende des zweiten und dritten Lehrjahres nach.

Auch das Klinikum Jena war in die Übung eingebunden und übernahm die Aufnahme verletzter Personen. Zwei getrennte Verletztenablagen wurden eingerichtet, um die beteiligten Fangruppen konsequent voneinander zu trennen und die Lage übersichtlich zu halten.

Im realen Ernstfall würde zusätzlich auch ein Rettungshubschrauber alarmiert werden.

Die ad hoc-Arena bietet Platz für rund 15.000 Zuschauende. Künftig finden dort nicht nur Fußballspiele, sondern auch Konzerte statt. Umso wichtiger sind regelmäßige Übungen dieser Größenordnung, damit im Notfall jeder Handgriff sitzt.

Ein besonderer Dank gilt Jonas Reimann, Leiter Bildungszentrum Rettungsdienst, Kai König als Bereitschaftsleiter, Torsten Tonn als Leiter Rettungsdienst sowie Damian Katzenberger für die Organisation dieser wichtigen Übung.

Vielen Dank außerdem an die freiwilligen Mimen und die Schminkenden der realistischen Notfalldarstellung, die eine Übung in solchem Umfang erst möglich gemacht haben.