Was tun, wenn plötzlich ein Mensch vor den eigenen Augen zusammenbricht? Wegschauen oder helfen? Für Katrin Bauerfeind vom DRK-Landesverband Thüringen ist die Antwort klar: „Wenn Sie Menschlichkeit zeigen und Verantwortung übernehmen, dann helfen Sie. Die ersten Minuten sind entscheidend über Leben und Tod.“ Mit diesen Worten eröffnete sie den Aktionstag des DRK-Kreisverbandes Jena-Eisenberg-Stadtroda e.V. in der Goethe Galerie Jena zum 26. Welt-Erste-Hilfe-Tag.
Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen: Es könnten deutlich mehr Menschenleben gerettet werden, wenn mehr Bürgerinnen und Bürger die Grundlagen der Wiederbelebung beherrschen. Eine frühzeitige Ausbildung in Erster Hilfe und Laienreanimation ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsbildung. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, dass Menschen auch in schwierigen Situationen handlungsfähig bleiben.
In der Goethe Galerie konnten Interessierte von 10 bis 20 Uhr an einem Erste-Hilfe-Parcours teilnehmen. An sechs Stationen standen praktische Übungen und Wissen rund um den Notfall im Mittelpunkt:
- Fehlerdetektiv: Welche Gegenstände gehören in einen Verbandskasten – und welche nicht?
- Stayin' Alive: Herzdruckmassage praktisch ausprobieren
- Pflaster-/Verbandsprofi: Einen Druckverband anlegen und ein Dreieckstuch richtig einsetzen
- Echt stabil: Eine Person sicher in die stabile Seitenlage bringen
- Notruf-Challenge 112: Wann ist der Notruf die richtige Wahl, wann der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116117 und wann die Hausärztin oder der Hausarzt?
- Quiztime: Das eigene Erste-Hilfe-Wissen im DRK-Quiz testen
Betreut wurden die Stationen von zahlreichen Ehrenamtlichen. Sie erklärten die einzelnen Handgriffe, beantworteten Fragen und teilten ihr Erste-Hilfe-Wissen mit den Besucherinnen und Besuchern.
Benjamin Koppe betonte dabei die Bedeutung der regelmäßigen Übung: „Es muss ein selbstverständlicher Automatismus sein, den man abspielen kann.“ Denn wenn es tatsächlich zu einem Notfall kommt, bleibt oft keine Zeit, lange darüber nachzudenken, was jetzt zu tun ist. Wer Erste Hilfe regelmäßig übt, kann schneller reagieren und die entscheidenden ersten Minuten überbrücken, bis professionelle Hilfe eintrifft.
Der Welt-Erste-Hilfe-Tag macht deshalb deutlich: Erste Hilfe ist keine Aufgabe, die ausschließlich Profis vorbehalten ist. Jeder Mensch kann helfen und jeder Mensch kann lernen, wie.











